                             FreeBSD und Notebooks

   Version: 43184

   FreeBSD ist ein eingetragenes Warenzeichen der FreeBSD Foundation.

   Linux ist ein eingetragenes Warenzeichen von Linus Torvalds.

   Microsoft, MS-DOS, Outlook, Windows, Windows Media und Windows NT sind
   entweder eingetragene Warenzeichen oder Warenzeichen der Microsoft
   Corporation in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen La:ndern.

   Viele Produktbezeichnungen von Herstellern und Verka:ufern sind
   Warenzeichen. Soweit dem FreeBSD Project das Warenzeichen bekannt ist,
   werden die in diesem Dokument vorkommenden Bezeichnungen mit dem Symbol
   "(TM)" oder dem Symbol "(R)" gekennzeichnet.

   2013-11-13 von hrs.
   Zusammenfassung

   FreeBSD la:uft, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auf den meisten Notebooks
   problemlos. In diesem Artikel werden einige Probleme diskutiert, die beim
   Einsatz von FreeBSD auf Notebooks auftreten ko:nnen. Der Hauptgrund fu:r
   diese Probleme ist die im Vergleich zu Desktoprechnern oft
   unterschiedliche Hardware.

   U:bersetzt von Fabio Tosques.

   [ einzelne Abschnitte / komplettes Dokument ]

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   Inhaltsverzeichnis

   1. Xorg

   2. Modems

   3. PCMCIA (PC-Card)-Gera:te

   4. Power-Management

   FreeBSD wird oft fu:r ein reines Server-Betriebssystem gehalten, obwohl es
   auch auf Desktoprechnern sehr gut einsetzbar ist. Falls Sie es auf einem
   Notebook einsetzen mo:chten, ko:nnen Sie auch hier die Vorzu:ge von
   FreeBSD nutzen: Ein systematisches und stringentes Layout, einfache
   Administration und Aktualisierung, das Ports- und Packagesystem fu:r die
   Softwareinstallation und vieles andere mehr. Weitere Vorzu:ge, wie lange
   Laufzeiten, Netzwerkperformance und gute Performance unter hoher Last sind
   natu:rlich auf einem Notebookrechner nicht ganz so wichtig. Auf
   Notebookrechnern ko:nnen aber wa:hrend der Installation Probleme
   auftreten, die bei Desktoprechnern nicht existieren und die daher hier
   diskutiert werden (Notebooks sind - anders als Desktoprechner - oft auf
   Microsoft(R) Windows(R) abgestimmt). In diesem Artikel sollen solche
   Probleme angesprochen werden. Einige Leute haben Ihre Erfahrungen mit dem
   Betrieb von FreeBSD auf Notebooks auf eigenen Webseiten vero:ffentlicht,
   die nicht Teil der FreeBSD-Dokumentation sind. Wenn Sie den Namen Ihres
   Notebooks zusammen mit "FreeBSD" in der Suchmaschine Ihrer Wahl eingeben,
   ist es gut mo:glich, dass Sie Informationen finden, die Ihnen
   weiterhelfen. Zusa:tzlich existiert eine FreeBSD-spezifische
   Online-Datenbank unter The FreeBSD Laptop Compatibility List.

   Um in Kontakt mit anderen FreeBSD-Notebook-Besitzern zu treten, ko:nnen
   Sie die Mailingliste freebsd-mobile abonnieren. Weitere Informationen zur
   Nutzung von Notebooks unter FreeBSD finden sich auch unter
   http://tuxmobil.org/mobile_bsd.html.

1. Xorg

   Neuere Versionen von Xorg funktionieren mit den meisten Grafikkarten
   (Grafikchips), die heutzutage in Notebooks eingebaut werden. Es ist zwar
   mo:glich, dass die 3D-Beschleunigung nicht unterstu:tzt wird, die
   generische SVGA-Konfiguration sollte aber problemlos funktionieren.

   Lesen Sie das Handbuch Ihres Notebooks, um herauszufinden, welche
   Grafikkarte (oder welcher Grafikchip) eingebaut wurde. Danach u:berpru:fen
   Sie die Xorg-Dokumentation, um festzustellen, ob Ihre Grafikkarte
   unterstu:tzt wird. Ist dies nicht der Fall, verwenden Sie einen
   allgemeinen Treiber. Versuchen Sie nicht, einfach einen Treiber mit einem
   a:hnlichen Namen zu verwenden. Mit Xorg -configure lassen sich viele
   Konfigurationsparameter automatisch einstellen.

   Manchmal verursacht auch die Konfiguration des Displays Probleme. Die
   verfu:gbaren Xorg-Ressourcen beschra:nken sich auf die Konfiguration von
   CRT-Monitoren. Brauchbare Einstellungen fu:r ein LCD zu finden, ist daher
   nicht immer einfach. Vielleicht haben Sie aber auch Glu:ck, und Sie
   mu:ssen keine Modelines angeben, da die einfache Angabe von horizontaler
   und vertikalen Wiederholrate ausreicht. Reichen diese Angaben nicht aus,
   sollten Sie im Internet nach Seiten suchen, die sich mit der Konfiguration
   von X auf Notebooks bescha:ftigen (diese beziehen sich zwar oft auf Linux,
   da allerdings sowohl FreeBSD als auch Linux Xorg verwenden, spielt dies
   keine Rolle). Von dort ko:nnen Sie sich eine Modeline kopieren, die fu:r
   a:hnliche Hardware gu:ltig ist.

   Die meisten Notebooks haben zwei Maustasten, die unter X nur selten
   Probleme verursachen (abgesehen von der mittleren Maustaste, die oft zum
   Einfu:gen von Text benutzt wird). Sie ko:nnen aber die mittlere Maustaste
   emulieren, indem Sie die linke und rechte Maustaste gleichzeitig dru:cken.
   Dazu mu:ssen Sie die Zeile

 Option "Emulate3Buttons"

   im Abschnitt InputDevice der Datei xorg.conf einfu:gen.

2. Modems

   Notebooks verfu:gen in der Regel u:ber ein internes Modem
   (On-Board-Modem). Leider handelt es sich dabei meist um so genannte
   "Winmodems", deren Funktionalita:t in Software implementiert ist, und fu:r
   die auch nur Windows-Treiber verfu:gbar sind (auch wenn einige Hersteller
   damit begonnen haben, Treiber fu:r andere Betriebssysteme
   bereitzustellen). Besitzt Ihr Modem beispielsweise einen
   Lucent LT-Chipsatz, wird dieser wahrscheinlich vom comms/ltmdm-Port
   unterstu:tzt. Hat Ihr Notebook aber ein "Winmodem" eingebaut, mu:ssen Sie
   sich ein externes Modem kaufen: Die kompakteste Lo:sung sind hier
   PCMCIA-Modems, die weiter unten besprochen werden. Serielle oder u:ber USB
   angeschlossene Modems sind aber deutlich billiger. In der Regel sollten
   "normale" Modems (so genannte Non-Winmodems) problemlos funktionieren.

3. PCMCIA (PC-Card)-Gera:te

   Die meisten Notebooks verfu:gen u:ber PCMCIA- oder PC-Card-Slots. Diese
   werden von FreeBSD sehr gut unterstu:tzt. Verwenden Sie dmesg(8), um
   festzustellen, ob die PCMCIA-Gera:te beim Systemstart korrekt erkannt
   wurden. Ist dies der Fall, sollten Eintra:ge a:hnlich den folgenden
   auftauchen: pccard0, pccard1 sowie Gera:te wie pcic0.

   FreeBSD 4.X unterstu:tzt nur 16-Bit PCMCIA-Karten, FreeBSD 5.X
   unterstu:tzt sowohl 16-Bit-Karten als auch 32-Bit-Karten. Eine Liste der
   unterstu:tzten Karten finden Sie in /etc/defaults/pccard.conf. Kaufen Sie
   mo:glichst nur Karten, die in dieser Liste aufgefu:hrt sind. Ist Ihre
   Karte nicht aufgefu:hrt, kann sie aber trotzdem funktionieren, da die
   meisten 16-Bit-Modems trotzdem unterstu:tzt werden, vorausgesetzt, es
   handelt sich nicht um "Winmodems" (diese gibt es auch bei PCMCIA-Karten,
   sie sollten daher beim Kauf der Karte aufpassen). Sollte Ihre Karte als
   generisches Modem (generic modem) erkannt werden, mu:ssen Sie daran
   denken, dass in der Defaultkonfiguration von pccard.conf eine Verzo:gerung
   von 10 Sekunden angegeben ist (dies verhindert das Einfrieren bestimmter
   Modems). Fu:r Ihr Modem kann dieser Eintrag u:berflu:ssig sein, Sie
   sollten daher versuchen, die Zeit zu reduzieren oder die Zeile komplett zu
   entfernen.

   Einige Abschnitte der Datei pccard.conf mu:ssen angepasst werden. Pru:fen
   Sie die Zeile, in der die IRQs aufgefu:hrt werden und entfernen sie jede
   Zahl, die schon in Gebrauch ist: Besonders wichtig ist IRQ 5, falls Ihr
   Notebook eine On-Board-Soundkarte entha:lt (ansonsten ist es mo:glich,
   dass das System abstu:rzt). Pru:fen Sie auch die vorhandenen
   Speicherressourcen: Sollte Ihr Modem nicht erkannt werden, probieren Sie
   verschiedene erlaubte Werte aus (diese sind in pccardc(8) aufgefu:hrt).

   Sollte die Karte noch immer nicht funktionieren, starten Sie den
   pccardd(8)-Daemon manuell. Um diesen schon beim Booten zu aktivieren,
   fu:gen Sie die Zeile

 pccard_enable="YES"

   in /etc/rc.conf ein. Ihre Karte sollte nun erkannt werden, und Sie sollten
   eine Statusmeldung daru:ber erhalten, dass neue Gera:te vorhanden sind.

   Seit FreeBSD 4.4-RELEASE wurde der PCMCIA-Code komplett u:berarbeitet.
   Auch die Unterstu:tzung von ISA-Routing fu:r Interrupts, auf denen FreeBSD
   nicht in der Lage war, das PCI-BIOS zu nutzen, ist jetzt enthalten. Falls
   Sie PCMCIA-Probleme haben, sollten Sie daher Ihr System aktualisieren.

4. Power-Management

   Leider sind die Power-Management-Funktionen unter FreeBSD noch nicht sehr
   stabil. Mit etwas Glu:ck funktioniert die eine oder andere Funktion. Oder
   es funktioniert keine.

   Was die Sache nicht einfacher macht, ist, dass es zwei verschiedene
   Standards fu:r das Power-Management gibt: APM und ACPI. Letzteres ist zwar
   leistungsfa:higer und besitzt mehr Funktionen, verursacht aber auch mehr
   Probleme.

   Manche Laptops unterstu:tzen sowohl APM als auch ACPI (bis zu einem
   gewissen Grad), andere unterstu:tzen nur einen der beiden Standards. Sie
   sollten also mit beiden experimentieren, um ein funktionsfa:higes
   Power-Management zu erhalten.

  Anmerkung:

   Es ist nicht mo:glich, APM und ACPI gleichzeitig zu benutzen, auch wenn
   Ihr Notebook beide unterstu:tzt.

  4.1. APM

   Das BIOS von APM (Advanced Power Management) stellt verschiedene
   Power-Management-Funktionen bereit, darunter Standby, Suspend,
   Hibernation, die Drosselung des Prozessors, und andere mehr. APM wird
   sowohl von FreeBSD 4.X als auch von FreeBSD 5.X unterstu:tzt.

   Um die APM-Unterstu:tzung zu aktivieren, ko:nnen Sie einen Kernel mit
   Power-Management-Unterstu:tzung bauen (device apm0 bei FreeBSD 4.X und
   device apm bei FreeBSD 5.X). Unter FreeBSD 5.X ist auch ein APM-Modul
   vorhanden. Sie ko:nnen das APM-Modul beim Systemstart laden, indem Sie in
   /boot/loader.conf die Zeile apm_load="YES" einfu:gen.

   Unter FreeBSD 5.X mu:ssen Sie in /boot/device.hints folgende Einstellung
   vornehmen: hint.apm.0.disabled="0".

   Um APM beim Systemstart zu aktivieren, mu:ssen Sie in /etc/rc.conf
   ausserdem folgende Zeile einfu:gen: apm_enable="YES". Falls Sie den
   apmd(8)-Daemon automatisch starten wollen, fu:gen Sie die Zeile
   apmd_enable="YES" in /etc/rc.conf ein. Dieser Daemon ku:mmert sich um
   verschiedene APM-Ereignisse und die Benachrichtigung des BIOS. Damit kann
   das Notebook durch Dru:cken einer definierten Taste oder durch das
   Schliessen des Deckels in den Ruhemodus versetzt werden.

   Die verschiedenen APM-Befehle sind in apm(8) aufgefu:hrt. apm -b zeigt den
   aktuellen Akkustatus an, wird dies nicht unterstu:tzt, den Code 255. apm
   -Z versetzt das Notebook in den Standby-Modus, apm -z (oder zzz) in den
   Suspend-Modus. Mit shutdown -p wird das Notebook heruntergefahren und
   ausgeschaltet. Es ist mo:glich, dass nur einige oder keiner dieser Befehle
   funktionieren.

   Vielleicht ko:nnen Sie den Suspend-/Standby-Modus nur auf der Konsole
   aktivieren, aber nicht unter X (dann bleibe der Bildschirm nach dem
   Reaktivieren dunkel). Seit FreeBSD 5.X ko:nnte eine Lo:sung darin
   bestehen, die Zeile options SC_NO_SUSPEND_VTYSWITCH in die
   Kernel-Konfigurationsdatei aufzunehmen und den Kernel neu zu kompilieren.
   Eine andere Lo:sung wa:re es, vor dem apm(8)-Aufruf in den Konsolen-Modus
   zu wechseln, indem die Tastenkombination Ctrl+Alt+F1 oder eine andere
   Funktionstaste gedru:ckt wird. Dieser Vorgang kann mit apmd(8)
   automatisiert werden, falls der apmd(8)-Daemon la:uft. Dazu fu:gen Sie die
   folgenden Abschnitte in /etc/apmd.conf ein:

 apm_event SUSPENDREQ {
  exec "vidcontrol -s 1 < /dev/console";
  exec "/etc/rc.suspend";
 }

 apm_event USERSUSPENDREQ {
  exec "vidcontrol -s 1 < /dev/console";
  exec "sync && sync && sync";
  exec "sleep 1";
  exec "apm -z";
 }

 apm_event NORMRESUME, STANDBYRESUME {
  exec "/etc/rc.resume";
  exec "vidcontrol -s 9 < /dev/console";
 }    

  4.2. ACPI

   ACPI (Advanced Configuration and Power Management Interface) stellt nicht
   nur Power-Management-Funktionen bereit, sondern ist auch in der Lage, von
   Ihnen eingesetzte Hardware zu erkennen (es ersetzt damit PnP und das
   PCI-BIOS). ACPI steht seit FreeBSD 5.X zur Verfu:gung und ist dort
   standardma:ssig eingeschaltet. Die ACPI-Funktionen ko:nnen mit acpiconf(8)
   gesteuert werden.

   Leider werden Notebooks oft mit fehlerhaften ACPI-Implementierungen
   verkauft. Ist ACPI in so einem Fall aktiviert, verursacht es oft mehr
   Probleme als Nutzen. Es kann sogar so weit kommen, dass FreeBSD auf
   manchen Notebooks nicht startet, wenn ACPI aktiviert ist.

   Sollte ACPI auf Ihrem Notebook Probleme verursachen, sollten Sie pru:fen,
   ob der Hersteller Ihres Notebooks eine neuere BIOS-Version bereitstellt,
   in der die ACPI-Fehler behoben sind. Da die ACPI-Implementierung von
   FreeBSD sich noch im Entwicklungsstatus befindet, ko:nnten Sie auch Ihr
   System aktualisieren. Die Chancen stehen gut, dass sich Ihre Probleme
   damit beheben lassen.

   Mo:chten Sie ACPI abschalten, bearbeiten Sie die Zeile
   hint.acpi.0.disabled="1" in /boot/device.hints. Falls Sie beim Systemstart
   Probleme mit ACPI feststellen, ko:nnen Sie ACPI auch am Bootprompt
   vorla:ufig deaktivieren, indem Sie unset acpi_load eingeben. Seit
   FreeBSD 5.1-RELEASE gibt es ein Bootmenu:, in dem Sie unter anderem ACPI
   deaktivieren ko:nnen. Dazu mu:ssen Sie die Option 2. Boot FreeBSD with
   ACPI disabled auswa:hlen.

  4.3. Den Status des Power-Managements anzeigen

   Das X-Window-System Xorg besitzt eine eigene Funktion, um den Status der
   Power-Management-Funktionen anzuzeigen (suchen Sie in xset(1) nach
   "dpms"). Leider funktioniert auch diese Funktion nicht auf allen
   Notebooks. Oft wird zwar das Display abgeschaltet, nicht aber die
   Hintergrundbeleuchtung.
